Abreise.
25.08.2011
Nach einer kurzen Nacht, von Alpträumen gebeutelt, die eine hervorragende Grundlage für einen Horrorfilm liefern würden, heißt es um 5.20 aufstehen, da das Taxi um 6 vor der Tür steht. Natürlich ist um diese Zeit noch kein Stau und ich bin viel zu früh am Flughafen, ich trinke einen King Size Cappuccino im Coffee Day und bin ganz entzückt ob der Spatzen, die in der Halle fröhlich zwitschern und die Krümel vom Boden aufpicken.
Wider meiner Erwartung wird mein Gepäck doch direkt nach Frankfurt durchgecheckt.
In Delhi angekommen, bricht die Hektik aus. „Pässenders to Frrankfört/London. Wait here!follow me! No, this queue. Quick! Quick! Not so fast!“ Abwechselnd rennen und warten wir, für‘s Klo ist keine Zeit. Wir kommen pünktlich zum Final Call zum Flieger, wo ungelogen nochmal 5 Leute in 3-5m Abständen unsere Bordkarten kontrollieren. Juchuh, Gangplatz! Ich schlage die Bitte einer jungen Italienerin aus, den Platz zu tauschen. Hallo, ich tausch doch nicht gegen einen Mittelplatz, wo ich wieder wie eine Sardine eingeklemmt bin, nee, nee, nee. Und prompt kommt die Karma-Klatsche: mein Platz ist der einzige im ganzen Flieger, an dem weder das Licht noch das Entertainment-System funktioniert. OOooooommmm.
Tja, das nennt man wohl ausgleichende Gerechtigkeit. Ich lächle und freue mich über den Platz, den meine Ellbogen haben.
Nach einer kurzen Nacht, von Alpträumen gebeutelt, die eine hervorragende Grundlage für einen Horrorfilm liefern würden, heißt es um 5.20 aufstehen, da das Taxi um 6 vor der Tür steht. Natürlich ist um diese Zeit noch kein Stau und ich bin viel zu früh am Flughafen, ich trinke einen King Size Cappuccino im Coffee Day und bin ganz entzückt ob der Spatzen, die in der Halle fröhlich zwitschern und die Krümel vom Boden aufpicken.
Wider meiner Erwartung wird mein Gepäck doch direkt nach Frankfurt durchgecheckt.
In Delhi angekommen, bricht die Hektik aus. „Pässenders to Frrankfört/London. Wait here!follow me! No, this queue. Quick! Quick! Not so fast!“ Abwechselnd rennen und warten wir, für‘s Klo ist keine Zeit. Wir kommen pünktlich zum Final Call zum Flieger, wo ungelogen nochmal 5 Leute in 3-5m Abständen unsere Bordkarten kontrollieren. Juchuh, Gangplatz! Ich schlage die Bitte einer jungen Italienerin aus, den Platz zu tauschen. Hallo, ich tausch doch nicht gegen einen Mittelplatz, wo ich wieder wie eine Sardine eingeklemmt bin, nee, nee, nee. Und prompt kommt die Karma-Klatsche: mein Platz ist der einzige im ganzen Flieger, an dem weder das Licht noch das Entertainment-System funktioniert. OOooooommmm.
Tja, das nennt man wohl ausgleichende Gerechtigkeit. Ich lächle und freue mich über den Platz, den meine Ellbogen haben.
Last night out.
24.08.2011
Abschied von Sina, von Bangalore, von Indien.
Bangalore zeigt sich fast von seiner besten Seite, also so gut wie es während der Monsunzeit möglich ist. Der Himmel ist zwar grau, aber immerhin ist es trocken und warm.
Gegen Abend machen wir uns auf in Richtung Brigade Road/Church Street ins 13th Floor, wo wir im 13. Stock auf der Terasse mit Blick über halb Bangalore uns einen mediteranen Salat und ich mir einen Tanqueray Ten/Tonic genehmige.
Und dann ist es auch schon vorbei mit dem guten Benehmen, es beginnt wie aus Kübeln zu gießen. Wir passen ein Regenloch ab und eilen ins Tango/Calypso, dort wo das wöchentliche Couchsurfing Bangalore Meeting stattfindet. Es gibt Torte, weil es eine Farewell-Party ist, Freddy reist am Montag ab. Und weil es Tradition ist, Menschen Torte ins Gesicht zu schmieren, also denen, die Geburtstag haben oder abreisen, oder aus welchem Grund auch immer sie eine Torte bekommen, und da ich ja auch abreise, wird die Freddy-Abreise-Party, auch prompt zu meiner erklärt und ehe ich mich versehe, habe ich das ganze Gesicht voller Sahnecreme, die so reichhaltig ist, dass ich nie wieder Gefahr laufe, an den Stellen auch nur eine einzige Falte zu entwickeln.
Es ist ein großer Spaß, eine Gruppe ausgelassener Inder und ein paar Foreigners, also wir, tanzen in einem großen Kreis zu den „Hits der letzten drei Jahrzehnte“. Es ist zum wegbrüllen, besonders kaputt lachen wir uns über einen indischen Carlton Banks, im Hemd und Pullunder, der, ein wenig animiert, einfach die besten Moves hinlegt, ohne Mist, ich habe heute noch Schmerzen vom Lachen.
Ein weiteres Highlight ist, dass ich Saurav sein Beatles T-Shirt abquatsche, er willigt ein, aber nur im Tausch gegen meins. Gesagt, getan: Ich im Ladies‘ Loo, er im Gents und Sina spielt Trikotkurier. Ich habe ein bisschen Angst, dass er zurücktauschen will, aber er findet mein schlichtes, feminines Shirt super und will es auf jeden Fall behalten.
Zum Abschied bekommt Bloody Drama, also ich, von Auri eine Riesenportion imaginären Stardust (Feenstaub) für Glück und Erfolg. Er glaubt fest an mich. Aber eigentlich bräuchte ich das nicht, ich war lange genug in Rishikesh für gute Schwingungen und meine Energie wäre die Garantie für meinen Erfolg. Tja, Auri, wir werden sehen.
Abschied von Sina, von Bangalore, von Indien.
Bangalore zeigt sich fast von seiner besten Seite, also so gut wie es während der Monsunzeit möglich ist. Der Himmel ist zwar grau, aber immerhin ist es trocken und warm.
Gegen Abend machen wir uns auf in Richtung Brigade Road/Church Street ins 13th Floor, wo wir im 13. Stock auf der Terasse mit Blick über halb Bangalore uns einen mediteranen Salat und ich mir einen Tanqueray Ten/Tonic genehmige.
Und dann ist es auch schon vorbei mit dem guten Benehmen, es beginnt wie aus Kübeln zu gießen. Wir passen ein Regenloch ab und eilen ins Tango/Calypso, dort wo das wöchentliche Couchsurfing Bangalore Meeting stattfindet. Es gibt Torte, weil es eine Farewell-Party ist, Freddy reist am Montag ab. Und weil es Tradition ist, Menschen Torte ins Gesicht zu schmieren, also denen, die Geburtstag haben oder abreisen, oder aus welchem Grund auch immer sie eine Torte bekommen, und da ich ja auch abreise, wird die Freddy-Abreise-Party, auch prompt zu meiner erklärt und ehe ich mich versehe, habe ich das ganze Gesicht voller Sahnecreme, die so reichhaltig ist, dass ich nie wieder Gefahr laufe, an den Stellen auch nur eine einzige Falte zu entwickeln.
Es ist ein großer Spaß, eine Gruppe ausgelassener Inder und ein paar Foreigners, also wir, tanzen in einem großen Kreis zu den „Hits der letzten drei Jahrzehnte“. Es ist zum wegbrüllen, besonders kaputt lachen wir uns über einen indischen Carlton Banks, im Hemd und Pullunder, der, ein wenig animiert, einfach die besten Moves hinlegt, ohne Mist, ich habe heute noch Schmerzen vom Lachen.
Ein weiteres Highlight ist, dass ich Saurav sein Beatles T-Shirt abquatsche, er willigt ein, aber nur im Tausch gegen meins. Gesagt, getan: Ich im Ladies‘ Loo, er im Gents und Sina spielt Trikotkurier. Ich habe ein bisschen Angst, dass er zurücktauschen will, aber er findet mein schlichtes, feminines Shirt super und will es auf jeden Fall behalten.
Zum Abschied bekommt Bloody Drama, also ich, von Auri eine Riesenportion imaginären Stardust (Feenstaub) für Glück und Erfolg. Er glaubt fest an mich. Aber eigentlich bräuchte ich das nicht, ich war lange genug in Rishikesh für gute Schwingungen und meine Energie wäre die Garantie für meinen Erfolg. Tja, Auri, wir werden sehen.
Kaffee und andere Faulheiten.
23.08.2011
Heute besuche ich das erste mal Sinas Büro, lerne die Kollegen kennen und Lakshmi, die Dame, die nur für den Kaffee im Büro zuständig ist. Sie zaubert hat einen ganz besonders leckeren Kaffee. Dass ich das gesondert hervorhebe, hat damit zu tun, dass es in Indien wirklich, wirklich schwer ist, einen anständigen Kaffee zu bekommen.
Normalerweise gestaltet sich das Szenario folgendermaßen:
Coffee, mam? - Oh yes, please! Ich freue mich auf einen schönen Kaffee und man kredenzt mir Zuckerwasser mit etwas Milchpulver und 3-5 Krümel Nescafé für die Farbe. Mit Kaffee hat das nix zu tun. Jeder, der weiß, wie ich meine Kaffee normalerweise trinke (und für die, die es nicht wissen: Stark und schwarz oder mit Milch, aber NIE, NIE, NIEMALS mit Zucker. Urgs. Nicht falsch verstehen, ich mag Zucker, aber im Kaffee hat der einfach nichts zu suchen), kann sich in etwa meine Enttäuschung vorstellen. Sowas gehört verboten!
Lakshmi hingegen macht einen zauberhaften Kaffee mit viel Milch und viel starkem Kaffee aus der italienischen Espressokanne und weil ich Gast bin, bekomme ich ein großes Glas und nicht nur eine kleine Tasse.
Lakshmi, ich glaube, ich nehm' dich einfach mit.
In Sinas Büro bin ich nur noch das Train Girl, weil keiner nachvollziehen kann, wie man freiwillig solange im Zug sitzen kann und dann auch noch Spaß dabei hat. Aber hey, wann habe ich sonst die Möglichkeit solange ohne Umsteigen Zug zu fahren?! Naja, vielleicht geht das noch in China oder Russland oder so, aber da werde ich in nächster Zeit nicht unbedingt hinkommen.
Heute besuche ich das erste mal Sinas Büro, lerne die Kollegen kennen und Lakshmi, die Dame, die nur für den Kaffee im Büro zuständig ist. Sie zaubert hat einen ganz besonders leckeren Kaffee. Dass ich das gesondert hervorhebe, hat damit zu tun, dass es in Indien wirklich, wirklich schwer ist, einen anständigen Kaffee zu bekommen.
Normalerweise gestaltet sich das Szenario folgendermaßen:
Coffee, mam? - Oh yes, please! Ich freue mich auf einen schönen Kaffee und man kredenzt mir Zuckerwasser mit etwas Milchpulver und 3-5 Krümel Nescafé für die Farbe. Mit Kaffee hat das nix zu tun. Jeder, der weiß, wie ich meine Kaffee normalerweise trinke (und für die, die es nicht wissen: Stark und schwarz oder mit Milch, aber NIE, NIE, NIEMALS mit Zucker. Urgs. Nicht falsch verstehen, ich mag Zucker, aber im Kaffee hat der einfach nichts zu suchen), kann sich in etwa meine Enttäuschung vorstellen. Sowas gehört verboten!
Lakshmi hingegen macht einen zauberhaften Kaffee mit viel Milch und viel starkem Kaffee aus der italienischen Espressokanne und weil ich Gast bin, bekomme ich ein großes Glas und nicht nur eine kleine Tasse.
Lakshmi, ich glaube, ich nehm' dich einfach mit.
In Sinas Büro bin ich nur noch das Train Girl, weil keiner nachvollziehen kann, wie man freiwillig solange im Zug sitzen kann und dann auch noch Spaß dabei hat. Aber hey, wann habe ich sonst die Möglichkeit solange ohne Umsteigen Zug zu fahren?! Naja, vielleicht geht das noch in China oder Russland oder so, aber da werde ich in nächster Zeit nicht unbedingt hinkommen.
Lass uns doch Freunde bleiben...
21.08.2011
Wer kennt diesen Satz nicht. Ich wette, jeder hat ihn sowohl schon gehört als auch benutzt. In Indien löst man das scheinbar ein bisschen anders. Wir sind heute beim Stöbern über folgende Karte gestolpert:
You'll always be a very Special Friend
Even though romance didn't blossom from our friendship.
I will always cherish all your thoughtful and caring ways.
I will always make you feel more than a friend,
I will always stand by you with all my loving heart
And I do hope that somehow we can go beyond and discover a deeper appreciation of the unique friendship we share...
You'll always be a very special friend to me.
Was kann man da noch sagen...
Wer kennt diesen Satz nicht. Ich wette, jeder hat ihn sowohl schon gehört als auch benutzt. In Indien löst man das scheinbar ein bisschen anders. Wir sind heute beim Stöbern über folgende Karte gestolpert:
You'll always be a very Special Friend
Even though romance didn't blossom from our friendship.
I will always cherish all your thoughtful and caring ways.
I will always make you feel more than a friend,
I will always stand by you with all my loving heart
And I do hope that somehow we can go beyond and discover a deeper appreciation of the unique friendship we share...
You'll always be a very special friend to me.
Was kann man da noch sagen...
Delhi.
19.08.2011
Ich sitze auf meinem Upper Berth (dem oberen Bett) im Zug nach Bangalore und lasse, mein Laptop auf dem Schoß balancierend, den gestrigen Tag Revue passieren.
Es ist jetzt 9 Uhr und ich habe mein Frühstück (good health good taste-Weißbrot und Saft mit Zucker) und meinen Morning Tea schon hinter mich gebracht. Ein leichtes Zupfen an meinem Zeh weckt mich um 6:30. Erschrocken springe ich auf, fast vom Hochbett fallend, aber zum Kampf bereit. Schüchtern stellt mir der Service-Angestellte ein Tablett mit Keksen und Teebeuteln hin. Tea, Madam. Das Wasser für den Tee kommt um 7:00.
Gestern.
Ich stehe früh auf, trinke einen Chai, packe meine restlichen Sachen, verabschiede mich von Janosch, Mama und Rishikesh und setze mich in den Govt. Bus nach Delhi. 161Rs, 239km, 7,5h.
Um 16:30 erreiche ich einen Busbahnhof in Delhi. Noch 4h bis mein Zug von Nizamuddin nach Bangalore fährt.
Ich beschließe mit der Metro zu fahren und stehe nun neben einer Karte, um zu ergründen, wie ich da hinkomme. Leider ist weder der nächste Busbahnhof noch der NIzamuddin Bahnhof an das Metrosystem angeschlossen, folglich auch nicht auf der Karte. Sofort finden sich ein paar Menschen, die hilfsbereit überlegen und disutieren, wie ich nun fahren solle. Ein Soldat mit Maschinengewehr beschließt, dass ich am Besten mit der Metro nach Indiraprastha fahre und von dort eine Autorikscha nehme, ein junger Student kümmert sich um meinen Metro-Token, die Schlangen an den Schaltern sind gigantisch und erinnern etwas an die Deutsche Post zur Weihnachtszeit, Automaten gibt es keine.
Der Student und seine Freundin begleiten mich durch die Sicherheitskontrolle, durch die jeder Metrofahrer muss, und verabschieden mich an der Haltestelle, an der ich aussteigen muss.
Ich sitze auf meinem Upper Berth (dem oberen Bett) im Zug nach Bangalore und lasse, mein Laptop auf dem Schoß balancierend, den gestrigen Tag Revue passieren.
Es ist jetzt 9 Uhr und ich habe mein Frühstück (good health good taste-Weißbrot und Saft mit Zucker) und meinen Morning Tea schon hinter mich gebracht. Ein leichtes Zupfen an meinem Zeh weckt mich um 6:30. Erschrocken springe ich auf, fast vom Hochbett fallend, aber zum Kampf bereit. Schüchtern stellt mir der Service-Angestellte ein Tablett mit Keksen und Teebeuteln hin. Tea, Madam. Das Wasser für den Tee kommt um 7:00.
Gestern.
Ich stehe früh auf, trinke einen Chai, packe meine restlichen Sachen, verabschiede mich von Janosch, Mama und Rishikesh und setze mich in den Govt. Bus nach Delhi. 161Rs, 239km, 7,5h.
Um 16:30 erreiche ich einen Busbahnhof in Delhi. Noch 4h bis mein Zug von Nizamuddin nach Bangalore fährt.
Ich beschließe mit der Metro zu fahren und stehe nun neben einer Karte, um zu ergründen, wie ich da hinkomme. Leider ist weder der nächste Busbahnhof noch der NIzamuddin Bahnhof an das Metrosystem angeschlossen, folglich auch nicht auf der Karte. Sofort finden sich ein paar Menschen, die hilfsbereit überlegen und disutieren, wie ich nun fahren solle. Ein Soldat mit Maschinengewehr beschließt, dass ich am Besten mit der Metro nach Indiraprastha fahre und von dort eine Autorikscha nehme, ein junger Student kümmert sich um meinen Metro-Token, die Schlangen an den Schaltern sind gigantisch und erinnern etwas an die Deutsche Post zur Weihnachtszeit, Automaten gibt es keine.
Der Student und seine Freundin begleiten mich durch die Sicherheitskontrolle, durch die jeder Metrofahrer muss, und verabschieden mich an der Haltestelle, an der ich aussteigen muss.
Ritika
Ich schaue mich nach einer Rikscha um, nicht genau wissend in welche Richtung nun Nizammuddin liegt. Sofort stürmt eine junge Inderin auf mich zu, fragt ob sie helfen kann. Und ehe ich es mich versehe, sitze ich bei ihr Zuhause, bei einem Guavensaft. Anschließend verfrachtet sie mich und mein Gepäck in ihr Auto und fährt mit mir in eine benachbarte Colony, um etwas Essen zu gehen, weil es ja nicht angehen könne, dass ich außer Keksen noch nichts gegessen hätte. Schwupps habe ich einen indischen Veg Burger vor mir und Ritika (sprich: RRRitika) erzählt mir ihre Lebensgeschichte. (Jeder, der meint, ich würde viel reden, hat Ritika noch nicht getroffen.)
Ritika ist 25 und kommt aus gutem Hause. Sie hat was mit Computern studiert und in der Werbung gearbeitet. Sie lebt in einer Joint Family, mit ihren Eltern, Großeltern und Onkeln und Tanten. Ritika heiratet im November. Ritka heiratet Gaurav (Gorrreff). Es ist eine arrangierte Ehe, sie hat ihn erst 8 Tage gesehen. Sie kennt ihn keine 6 Monate. Während ich mit Ritika zusammensitze, ruft er 3x an. Sie rechtfertigt, warum sie mit der U-Bahn fährt, sie sagt, dass sie jetzt keine Zeit habe, weil sie jetzt essen würde. Gaurav versteht die Welt nicht. Gaurav ist 29 und lebt in den USA, er arbeitet viel und nach der Hochzeit in Delhi wird Ritika zu ihm ziehen. Ich frage sie, wie das für sie sei. Sie antwortet, dass er ein guter Kerl sei. Es sei OK. Sie hat sich damit abgefunden. Ihre Familie ist glücklich und das sei die Hauptsache. Sie sagt immer wieder, dass es ok sei. Ich frage mich, wen sie damit überzeugen möchte.
Innerlich schüttelt es mich. Ich will aufschreien: aber wenn du ihn doch nicht liebst, du kennst ihn doch gar nicht, aaaaaaaah! Ich bleibe stumm. Who am I to judge.
Ich erzähle ihr von Deutschland, dass dort meistens erst spät geheiratet wird. Dass Paare dann oft schon jahrelang zusammen sind. Dass es aber auch Paare gibt, die sich nach Jahren wieder trennen. Sie guckt mich verständnislos an und fragt: Warum?
Ja, warum eigentlich.
Ritika ist 25 und kommt aus gutem Hause. Sie hat was mit Computern studiert und in der Werbung gearbeitet. Sie lebt in einer Joint Family, mit ihren Eltern, Großeltern und Onkeln und Tanten. Ritika heiratet im November. Ritka heiratet Gaurav (Gorrreff). Es ist eine arrangierte Ehe, sie hat ihn erst 8 Tage gesehen. Sie kennt ihn keine 6 Monate. Während ich mit Ritika zusammensitze, ruft er 3x an. Sie rechtfertigt, warum sie mit der U-Bahn fährt, sie sagt, dass sie jetzt keine Zeit habe, weil sie jetzt essen würde. Gaurav versteht die Welt nicht. Gaurav ist 29 und lebt in den USA, er arbeitet viel und nach der Hochzeit in Delhi wird Ritika zu ihm ziehen. Ich frage sie, wie das für sie sei. Sie antwortet, dass er ein guter Kerl sei. Es sei OK. Sie hat sich damit abgefunden. Ihre Familie ist glücklich und das sei die Hauptsache. Sie sagt immer wieder, dass es ok sei. Ich frage mich, wen sie damit überzeugen möchte.
Innerlich schüttelt es mich. Ich will aufschreien: aber wenn du ihn doch nicht liebst, du kennst ihn doch gar nicht, aaaaaaaah! Ich bleibe stumm. Who am I to judge.
Ich erzähle ihr von Deutschland, dass dort meistens erst spät geheiratet wird. Dass Paare dann oft schon jahrelang zusammen sind. Dass es aber auch Paare gibt, die sich nach Jahren wieder trennen. Sie guckt mich verständnislos an und fragt: Warum?
Ja, warum eigentlich.
Rishikesh. Man soll gehen, wenn es am Schönsten ist..
17.08.2011
Eine schöne Zeit geht zu Ende. Tolle Menschen. Tolle Orte. Unfassbar viel Regen, der den Ganges um Meter hat steigen und zu einem reißenden Strom hat werden lassen. Nach zwei Tagen ist es plötzlich vorbei, pünktlich zu Janoschs Geburtstagsparty. Eine bunte Truppe um die mittlerweile 2(!) Tische versammelt, viel Essen, 12 heimliche Bier. Tushal, der Inder bei Mama, versteht es eine richtige indische Party zu organisieren und zu inszenieren, muss schließlich alles auf Video festgehalten werden. Und so feiern wir bis Mama sagt: No more music! No more talking!
Heute brennt die Sonne vom Himmel und so machen Marjan, Mike und ich uns auf zum Beatles Ashram, dem Maharishi Mahesh Yogi Ashram. 1968 war es für ein paar. Monate das Zuhause von John, Paul, Ringo und George. Seit 1997 ist das Ashram verlassen und verfällt langsam, der Putz bröckelt von den Wänden, aber es ist unglaublich grün. Überall kleine Hütten, die wie Schneckenhäuser aufgebaut sind und wenn ich jemals ein Haus mit Garten besitzen sollte, kommt so ein Ding da rein. Über- und unterirdische Meditationsräume, auf dem Dach der Schlafsäle Wassertanks, die heute leer sind. Ich habe bestimmt 10min mit dem Kopf drin gehangen und mich über die Akkustik gefreut.
Heute sind die meisten unserer Crew abgereist, da fällt der Abschied nicht ganz so schwer. Morgen fahre ich nach Delhi und dann mit dem Superfast Express Train weiter nach Bangalore. Die Busfahrt nach Delhi kann zwischen 6 und 10h dauern, obwohl keine 300km zurückgelegt werden müssen.
Eine schöne Zeit geht zu Ende. Tolle Menschen. Tolle Orte. Unfassbar viel Regen, der den Ganges um Meter hat steigen und zu einem reißenden Strom hat werden lassen. Nach zwei Tagen ist es plötzlich vorbei, pünktlich zu Janoschs Geburtstagsparty. Eine bunte Truppe um die mittlerweile 2(!) Tische versammelt, viel Essen, 12 heimliche Bier. Tushal, der Inder bei Mama, versteht es eine richtige indische Party zu organisieren und zu inszenieren, muss schließlich alles auf Video festgehalten werden. Und so feiern wir bis Mama sagt: No more music! No more talking!
Heute brennt die Sonne vom Himmel und so machen Marjan, Mike und ich uns auf zum Beatles Ashram, dem Maharishi Mahesh Yogi Ashram. 1968 war es für ein paar. Monate das Zuhause von John, Paul, Ringo und George. Seit 1997 ist das Ashram verlassen und verfällt langsam, der Putz bröckelt von den Wänden, aber es ist unglaublich grün. Überall kleine Hütten, die wie Schneckenhäuser aufgebaut sind und wenn ich jemals ein Haus mit Garten besitzen sollte, kommt so ein Ding da rein. Über- und unterirdische Meditationsräume, auf dem Dach der Schlafsäle Wassertanks, die heute leer sind. Ich habe bestimmt 10min mit dem Kopf drin gehangen und mich über die Akkustik gefreut.
Heute sind die meisten unserer Crew abgereist, da fällt der Abschied nicht ganz so schwer. Morgen fahre ich nach Delhi und dann mit dem Superfast Express Train weiter nach Bangalore. Die Busfahrt nach Delhi kann zwischen 6 und 10h dauern, obwohl keine 300km zurückgelegt werden müssen.
Indische Eigenarten oder eigenartige Inder.
Während das Kopfnicken und -schütteln in der ganzen Welt als nonverbales Ja oder Nein verstanden wird, kommt man damit in Indien einfach nicht weiter. Der Inder nickt nicht, der Inder schüttelt nicht, der Inder wackelt. Von links nach rechts. Hin und her. Ich komme mir manchmal vor wie der Maulwurfn: Wackelndackeln, ist das schön hier auf dem Mond oder ist das nicht schön auf dem Mond. Der Wackeldackel nickt und schüttelt, so dass Maulwurfn einfach keine Antwort auf seine Frage erhält. Beim gemeinen Wackel-Inder ist das ganz ähnlich: Man fragt etwas und der Inder lächelt und wackelt. Yes? Der Inder lächelt und wackelt. No? Der Inder lächelt und wackelt. Egal, wie die Antwort lautet. Ja, nein oder vielleicht. Der Inder lächelt und wackelt.
Ich lächle und wackle und bin genauso schlau wie vorher.
Fragt man einen Inder nach der Entfernung, so wird er sagen: Only one km. Also läuft man los, nach 10min fragt man den Nächsten und auch er wird lächelnd, wackelnd antworten: only one km, Miss. Dieses Prozedere wiederholt sich noch so einige Male, so dass man nach 45min sein Ziel erreicht, dass nur „einen“ Kilometer entfernt ist.
Zeitangaben funktionieren genauso: only 5 minutes. Es waren „only 5 minutes“ zwischen den Wasserfällen und ich erinnere mich an einen Abstieg, der locker eine Stunde gedauert hat.
Ein weiteres Phänomen sind nervös-kichernd Händchenhaltende Inder. Das gilt es noch genauer zu untersuchen. Meine jetziges Wissen beschränkt sich auf die Beobachtung, dass sie oft fahrig und nervös wurden und hilfesuchend, schnell die Finger eines Kollegen ergriffen, wenn sie Sina und mich erblickten, Hihi.
Ich lächle und wackle und bin genauso schlau wie vorher.
Fragt man einen Inder nach der Entfernung, so wird er sagen: Only one km. Also läuft man los, nach 10min fragt man den Nächsten und auch er wird lächelnd, wackelnd antworten: only one km, Miss. Dieses Prozedere wiederholt sich noch so einige Male, so dass man nach 45min sein Ziel erreicht, dass nur „einen“ Kilometer entfernt ist.
Zeitangaben funktionieren genauso: only 5 minutes. Es waren „only 5 minutes“ zwischen den Wasserfällen und ich erinnere mich an einen Abstieg, der locker eine Stunde gedauert hat.
Ein weiteres Phänomen sind nervös-kichernd Händchenhaltende Inder. Das gilt es noch genauer zu untersuchen. Meine jetziges Wissen beschränkt sich auf die Beobachtung, dass sie oft fahrig und nervös wurden und hilfesuchend, schnell die Finger eines Kollegen ergriffen, wenn sie Sina und mich erblickten, Hihi.
Mammamia.

Meine Kuhfreundin.
15.08.2011
Immer noch in Rishikesh, immer noch bei Mama. Mama kocht für uns, Mama macht uns Tee, Mama macht die Wäsche. Mama schimpft, wenn wir abends zu laut sind. Mama lacht, wenn Sons and Daughters wieder Blödsinn machen.
Nachdem Christine gestern abgereist ist und alleine wohnen langweilig ist, bin ich heute zu Janosch gezogen. So zahlen wir beide nur 100Rs für das Zimmer. Das sind keine 2€. Ein Bier kostet mehr, weil Rishikesh eine Dry Community ist, aber Mama kümmert sich um ihre Kinder und verkauft heimlich Bier mit den klangvollen Namen Kingfisher oder Godfather. Obwohl es eher Godmother heißen müsste, unsere Mama ist nämlich eine knallharte Geschäftsfrau und wir fragen uns, was sie mit der ganzen Kohle macht.
Heute regnet es in Strömen und ist etwas abgekühlt. Also sitzen wir den ganzen Tag bei Mama, essen Schokolade oder fiese gebratene Sachen, trinken Chai und schauen South Park Folgen. Mittlerweile habe ich schon meine neuerstandene Wollmütze aus Nepal auf dem Kopf.
Ich hoffe, dass das Wetter morgen und übermorgen wieder besser wird, weil ich gerne noch zu dem verlassenen Ashram wollte, in dem die Beatles vor langer, langer Zeit verweilten. An dem Ort sind die meisten Songs aus dem White Album entstanden, außerdem soll es tolle Fotomotive geben.
Ich habe festgestellt, dass (Kundalini) Yoga wirklich nichts für mich ist. Es macht mich aggressiv. Habe morgen noch eine Stunde und ich bin froh, wenn das vorbei ist.. Urgs, was für eine Zeitverschwendung.
Immer noch in Rishikesh, immer noch bei Mama. Mama kocht für uns, Mama macht uns Tee, Mama macht die Wäsche. Mama schimpft, wenn wir abends zu laut sind. Mama lacht, wenn Sons and Daughters wieder Blödsinn machen.
Nachdem Christine gestern abgereist ist und alleine wohnen langweilig ist, bin ich heute zu Janosch gezogen. So zahlen wir beide nur 100Rs für das Zimmer. Das sind keine 2€. Ein Bier kostet mehr, weil Rishikesh eine Dry Community ist, aber Mama kümmert sich um ihre Kinder und verkauft heimlich Bier mit den klangvollen Namen Kingfisher oder Godfather. Obwohl es eher Godmother heißen müsste, unsere Mama ist nämlich eine knallharte Geschäftsfrau und wir fragen uns, was sie mit der ganzen Kohle macht.
Heute regnet es in Strömen und ist etwas abgekühlt. Also sitzen wir den ganzen Tag bei Mama, essen Schokolade oder fiese gebratene Sachen, trinken Chai und schauen South Park Folgen. Mittlerweile habe ich schon meine neuerstandene Wollmütze aus Nepal auf dem Kopf.
Ich hoffe, dass das Wetter morgen und übermorgen wieder besser wird, weil ich gerne noch zu dem verlassenen Ashram wollte, in dem die Beatles vor langer, langer Zeit verweilten. An dem Ort sind die meisten Songs aus dem White Album entstanden, außerdem soll es tolle Fotomotive geben.
Ich habe festgestellt, dass (Kundalini) Yoga wirklich nichts für mich ist. Es macht mich aggressiv. Habe morgen noch eine Stunde und ich bin froh, wenn das vorbei ist.. Urgs, was für eine Zeitverschwendung.
Into the Wild. Guaranteed. Eddie Vedder.
On bended knee is no way to be free
lifting up an empty cup I ask silently
that all my destinations will accept the one that's me
so I can breathe
Circles they grow and they swallow people whole
half their lives they say goodnight to wives they'll never know
got a mind full of questions and a teacher in my soul
so it goes...
Don't come closer or I'll have to go
Holding me like gravity are places that pull
If ever there was someone to keep me at home
It would be you...
Everyone I come across in cages they bought
they think of me and my wandering
but I'm never what they thought
got my indignation but I'm pure in all my thoughts
I'm alive...
Wind in my hair, I feel part of everywhere
underneath my being is a road that disappeared
late at night I hear the trees
they're singing with the dead
overhead...
Leave it to me as I find a way to be
consider me a satellite for ever orbiting
I knew all the rules but the rules did not know me
guaranteed...
lifting up an empty cup I ask silently
that all my destinations will accept the one that's me
so I can breathe
Circles they grow and they swallow people whole
half their lives they say goodnight to wives they'll never know
got a mind full of questions and a teacher in my soul
so it goes...
Don't come closer or I'll have to go
Holding me like gravity are places that pull
If ever there was someone to keep me at home
It would be you...
Everyone I come across in cages they bought
they think of me and my wandering
but I'm never what they thought
got my indignation but I'm pure in all my thoughts
I'm alive...
Wind in my hair, I feel part of everywhere
underneath my being is a road that disappeared
late at night I hear the trees
they're singing with the dead
overhead...
Leave it to me as I find a way to be
consider me a satellite for ever orbiting
I knew all the rules but the rules did not know me
guaranteed...
Affentheater.
14.08.2011
Affen überall. Hier gibt es zwei Arten: große mit schwarzen Gesichtern und schwarzen Händen und kleine mit hellen Gesichtern.
Die Großen sind etwas entspannter und harmlos, die Kleinen quirliger, in großer Überzahl und sie sind etwas aggressiver. Also besser nicht anlächeln, sonst kann es schon mal sein, dass sie einen angreifen. Aber meistens sieht man Mamas, die ihre Babys durch die Gegend schleppen, Affenbabys, die spielerisch ihre großen Geschwister angreifen und es ist einfach zu niedlich zu beobachten, wie sie durch die Bäume tollen, in schwindelnder Höhe auf der Brücke balancieren oder sich essbare Sachen stiebitzen.
Affen überall. Hier gibt es zwei Arten: große mit schwarzen Gesichtern und schwarzen Händen und kleine mit hellen Gesichtern.
Die Großen sind etwas entspannter und harmlos, die Kleinen quirliger, in großer Überzahl und sie sind etwas aggressiver. Also besser nicht anlächeln, sonst kann es schon mal sein, dass sie einen angreifen. Aber meistens sieht man Mamas, die ihre Babys durch die Gegend schleppen, Affenbabys, die spielerisch ihre großen Geschwister angreifen und es ist einfach zu niedlich zu beobachten, wie sie durch die Bäume tollen, in schwindelnder Höhe auf der Brücke balancieren oder sich essbare Sachen stiebitzen.
Ein Nachmittag am Wasserfall.
12.08.2011
Kheer Waterfalls. Die Sonne brennt vom Himmel und nach anfänglichen Aufbruchsschwierigkeiten-oh, I need cookies, i need to pee, oh, I forgot my waterbottle, where are you going? to the waterfalls, can I come I just need to finish my lunch-machen wir uns auf den Weg. 6 Menschen, der verschiedensten Nationalitäten. Drei Kilometer entlang der Landstraße- you need taxi? no, thanks we are walking- gelangen wir zu dem Pfad der zum Wasserfall führt. Ein Häuschen am Rande mit einem Schild: Indians 15Rs, Foreigners 30Rs, Students 10 Rs. Sie wollen einen Ausweis und kritzeln uns eine grobe Karte zu den 3 Wasserfällen auf die Rückseite unserer Quittung. Auf geht's. Über Stock und Stein, Stufen und Geröll. Während der Schweiß nur so rinnt, hoffe ich inständig, dass es einen anderen Weg zurück gibt, weil es manchmal so steil ist, dass man sich an einzelnen Steinen nach oben ziehn muss. Der erste Wasserfall ist recht klein, am Fusse ein kleines Becken, in dem 3 Inder kichernd in Unterhosen plantschen und seltsamen Schnaps trinken. Ariel, unser Israeli im Team, und ich bilden die Nachhut, versorgt mit einem Becher Schnaps. Nach gefühlten Ewigkeiten und noch mehr Schweiß beschließen wir am 2. Wasserfall baden zu gehen. Das Wasser ist Arschkalt und da frau sich in Indien ja bedeckt hält, bin ich von oben bis unten in ein Tuch eingewickelt. Zum Schwimmen eher ungegeeignet.
Auf dem halben Weg zum 3. Wasserfall beschließen wir umzudrehen, da es langsam Abend wird. Der Abstieg dauert über eine Stunde, die Stufen sind rutschig und manchen Partien kann man tatsächlich nur auf dem Hintern runterrutschen, die Fersen fest in den Boden gerammt.
Kheer Waterfalls. Die Sonne brennt vom Himmel und nach anfänglichen Aufbruchsschwierigkeiten-oh, I need cookies, i need to pee, oh, I forgot my waterbottle, where are you going? to the waterfalls, can I come I just need to finish my lunch-machen wir uns auf den Weg. 6 Menschen, der verschiedensten Nationalitäten. Drei Kilometer entlang der Landstraße- you need taxi? no, thanks we are walking- gelangen wir zu dem Pfad der zum Wasserfall führt. Ein Häuschen am Rande mit einem Schild: Indians 15Rs, Foreigners 30Rs, Students 10 Rs. Sie wollen einen Ausweis und kritzeln uns eine grobe Karte zu den 3 Wasserfällen auf die Rückseite unserer Quittung. Auf geht's. Über Stock und Stein, Stufen und Geröll. Während der Schweiß nur so rinnt, hoffe ich inständig, dass es einen anderen Weg zurück gibt, weil es manchmal so steil ist, dass man sich an einzelnen Steinen nach oben ziehn muss. Der erste Wasserfall ist recht klein, am Fusse ein kleines Becken, in dem 3 Inder kichernd in Unterhosen plantschen und seltsamen Schnaps trinken. Ariel, unser Israeli im Team, und ich bilden die Nachhut, versorgt mit einem Becher Schnaps. Nach gefühlten Ewigkeiten und noch mehr Schweiß beschließen wir am 2. Wasserfall baden zu gehen. Das Wasser ist Arschkalt und da frau sich in Indien ja bedeckt hält, bin ich von oben bis unten in ein Tuch eingewickelt. Zum Schwimmen eher ungegeeignet.
Auf dem halben Weg zum 3. Wasserfall beschließen wir umzudrehen, da es langsam Abend wird. Der Abstieg dauert über eine Stunde, die Stufen sind rutschig und manchen Partien kann man tatsächlich nur auf dem Hintern runterrutschen, die Fersen fest in den Boden gerammt.
Rishikesh. Ganges. Himalaya.

Sonnenuntergang
11.08.2011
Heute bin ich seit genau 3 Wochen unterwegs, unglaublich wie viel und gleichzeitig wie wenig ich von diesem phantastischen Land bis jetzt gesehen habe. Fünf Wochen sind eine viel zu kurze Zeit, um dieses Land kennen zu lernen.
Sonntag sind wir von Amritsar mit dem Zug nach Haridwar aufgebrochen, Christine im AC Wagen und ich in der 2. Klasse, mit offenen Fenstern bei unglaublicher Hitze. Von Haridwar sind wir dann mit dem Bus nach Rishikesh gefahren.
Das flache Land Punjabs gegen die Berge eintauschend. Der Monsun neigt sich hier dem Ende, so dass es meist nachts viel und tagsüber manchmal regnet. Alles ist in einem satten grün, überall sind Affen, Kühe und Schweine, die mich -in den unmöglichsten Kombinationen gestapelt am Straßenrand liegend- unweigerlich an die Bremer Stadtmusikanten erinnern.
In wenigen Gehminuten erreicht man Laxman Jhula und Ram Jhula. Zwei schmale Hängebrücken über den Ganges, die sowohl Menschen zu Fuß oder auf Motorrädern, sowie Kühen die Möglichkeit bieten, von einen Ufer des reißenden Flusses an das andere zu gelangen.
Als erstes fällt mir die hohe Dichte an westlichen Touristen auf, die Orte die vom Lonely Planet empfohlen werden, sind beinah dauerhaft überfüllt, eine Yoga Schule schließt sich an die nächste an und anstatt leichtbekleidet Alkohol zu trinken und zu feiern, hält man sich eher bedeckt und viele Gespräche drehen sich um Meditation, um Erfahrungen die man während seiner Reisen gemacht hat, von wem man sich aus der Hand lesen lässt oder wie man mit der großen Armut in diesem Land umgeht.
Wie überall in Indien wird viel gehupt, fast jeder fragt: „Miss, how are you? What is your good name? Where are you from? Can I take a picture?“ Tagsüber ist das Leben bunt und laut und so bin ich am Abend froh, wenn ich zurück nach High Banks komme, wo viele Westliche, einige Inder, einige Hunde und viele Affen leben, aber eine himmlische Ruhe herrscht. Weit entfernt hört man vereinzeltes Hupen, man hat einen tollen Blick über den Ort und den Ganges, nachts hört man sogar das Sprudeln des Flusses, das mich zeitweise an Meeresrauschen erinnert.
Seit ein paar Tagen gehen wir zum Abendessen zu Mama. Mama nennt jeden Son und Daughter, wahlweise auch Dog Sohn oder other Son.
Um einen Plastiktisch für acht versammeln sich jeden Abend 10-20 Menschen, um Thali zu essen. Auf den Tisch kommen Schüsseln mit Reis, Chapati (Brot), ein Linsen oder Bohnen Dal, Aloo Ghobi oder Aloo Mater und ein köstliches Kürbiscurry. Jeder kann soviel essen, wie er möchte und Mama holt solange Nachschub, bis alle satt sind und/oder es nichts mehr gibt. Ich bleibe oft noch lange sitzen, weil es eine so interessante bunte Mischung von Menschen aus allen Teilen der Welt ist, einer spielt Gitarre oder trommelt, es wird viel erzählt, gesungen und gelacht, aber ohne zu esotherisch zu werden, was ich ganz angenehm finde.
Christine hat in den letzten Tagen eine ziemlich Entwicklung durchlebt, sie wirkte am Anfang sehr schwermütig, ja manchmal sogar etwas bitter, anämisch und ständig kamen Kommentare wie: Esse ich jetzt, weil mein Körper es braucht oder weil ich einer Begierde nachgehe? Urgs! Himmel, iss doch, worauf du Lust hast und wenn du noch ein Eis isst, dann ist das auch OK. Diese Frau hat 5 oder mehr College Abschlüsse und ist unfähig zu entscheiden, ob sie Toast oder Müsli zum Frühstück möchte, was mich manchmal in den Wahnsinn treibt. „Oder doch lieber Müsli?“ Seit wir in Rishikesh sind, lacht sie mehr und ist sogar richtig lustig. Sie bleibt noch bis Sonntag und ich bin froh, mal wieder Entscheidungen nur für mich zu treffen.
Ich mag diesen Ort, weil er so herrlich skurril ist: Kühe, die Treppen steigen, weil sie keine Lust haben den langen Weg zu nehmen, überall sitzen, liegen, hängen Affen. Vorgestern, auf unserem Weg nach Hause, hat ein besonders freches Exemplar Christines Plastiktüte mit Stoff geklaut und uns ziemlich angefaucht, als wir sie lautstark zurückforderten. Der Affe hat den Inhalt sorgfältig untersucht und erst als ein paar Inder mit dem Motorrad anhielten und ihm drohten, ihn mit Steinen zu bewerfen, ließ er davon ab und wir können von Glück sagen, dass er den Beutel liegen gelassen hat und nicht mit in den Abgrund gerissen hat. Wir lachen uns immer noch darüber kaputt.
Vorgestern haben mir zwei Menschen aus der Hand gelesen und mir die abstrusesten Dinge erzählt, manche Sachen waren aber doch sehr akkurat. Gestern hat mir dann der eine noch ein Vedisches Geburtshoroskop erstellt, mir erzählt, dass ich weiterhin viel Reisen werde, dass im Oktober/November ein neuer Lebensabschnitt beginnt und ich wohl nochmal studieren werde und einen Abschluss im Sozialen Bereich machen werde, und so weiter, dann hat er mir gesagt, ich solle einen Smaragd tragen, hat mir ein Mantra gegeben und mir gezeigt, wie ich meditieren soll.
Mein Mantra heißt: Om, namah Shivaya. Was unglaublich witzig ist, weil es das erste Mantra war, mit dem ich hier in Indien in Berührung gekommen gekommen bin.
Als Sina und ich mit dem Kanu durch die Backwaters gefahren sind, begleitete es uns über eine halbe Stunde, weil Kinder es in einer Schule übten und durch Lautsprecher die ganze Gegend beschallten.
Ich glaube, ich werde noch eine Weile hier bleiben, ich habe gerade keine Lust mich wieder in einen Zug zu setzen, um möglichst viel zu sehen.
Man kann von Rishikesh eine Trekkingtour durch den Himalaya bis zur Quelle des Ganges machen, was sehr beeindruckend sein soll, ausserdem gibt es dort einen Gletscher. Die ganze Tour dauert etwa eine Woche, aber dafür fehlt mir leider die Zeit und die passende Bekleidung. Was auf jeden Fall heißt, ich muss nochmal hierher zurückkommen. Sehr gern, kann ich da nur sagen.
Gleich wollen wir mit ein paar Leuten aus Mamas Kreis zum Wasserfall wandern.
Ich bin gespannt und werde Fotos machen.
In diesem Sinne: Om, namah Shivaya. Bis bald!
Amritsar.
6.08.2011
Wer hätte gedacht, dass es so schwierig wird, euch auf dem Laufenden zu halten.
Aber in Indien ist eben alles etwas anders.
Mittlerweile bin ich schon über zwei Wochen unterwegs und Himmel, was habe ich alles erlebt...
Sina und ich sind vor einer gefühlten Ewigkeit mit dem Nachtzug von Bangalore nach Kottayam, Kerala aufgebrochen, von da ging es nach Alleppey, Kerala, einem wunderschönen Ort, dem Vendig Indiens in God‘s Own Country, gelegen zwischen dem Indischen Ozean und den Backwaters.
Gewohnt haben wir im Johnson‘s, bei Johnson, in einem niedlichen Zimmer mit hohen Decken und ohne Klotür, aber dafür im Orchideengarten. Unsere Nächte waren kurz, was aber nicht an unserem Ausgehverhalten lag, sondern eher an der Tatsache, dass eine Katze auf unserem Dach Junge geworfen hatte, die Hunde bellten, die Krähen krähten und uns jeden morgen um 4.50 ein „Allah Allah Allah“ weckte.
Nach kürzester Zeit waren wir Stadtbekannt, die Mädels auf dem Motorrad(!), die Bier kaufen UND trinken, „oh, mama shivaya“ singen, oder gackernd ChaiCoffeeCoffeeChaiCoffeeChaiChai auf Kantsteinen rufen. Wir hatten Spaß und die Inder hatten Zuhause was zu erzählen.
Am Sonntag hieß es nach einem letzten Chai Abschied nehmen, Sina zurück in den Norden und ich mit dem Bus für 50Rs weiter in den Süden nach Amritapuri zu Amma ins Ashram.
Ich war 60h im Ashram und es kam mir vor wie zwei Wochen, ich habe dort unglaublich viel erlebt.
Kurzer Tagesablauf:
4:30 Aufstehen
5:00 Puja oder Archana
6:00 Chai
6:30 Meditation am Strand (naja, ich hab aufs Wasser geguckt und mich übers Meer gefreut, aber das ist doch auch Meditation, oder?
9:00 Frühstück
10-13:00 Seva (selbstloser Dienst) ich hatte frei, mein Seva war abends
13:00 Mittagessen
16:00 Chai
17:00 Meditation
18:30 Bhajans
20:00 Abendessen
20-21:30 Seva (Barista an der Espressobar)
23:00 Nachtruhe
Es war eine ziemlich interessante Erfahrung, da Amma auch da war, Amma ist quasi die Guru, die Erleuchtete, die Liebe in die Welt bringt, klingt komisch, aber sie hat eine Wahnsinnsaustrahlung. Ich habe auch mein Darshan bekommen, d.h. Amma hat nach einer Meditation am Strand alle, die frisch angekommen sind, umarmt.
Vorher wurde einem die Tasche und mir die Brille abgenommen, übers Gesicht gewischt und dann wurde man in Amma‘s Arm gedrückt.
Sie hat mich festgehalten und „Meine Liebe, meine Liebe, meine Liebe, meine Liebe, meine Liebe,..“ in mein Ohr geflüstert. Es war ein besonderer Moment, so warm, so voller Liebe, so sagend: alles wird gut, mach dir keine Sorgen. Wie eine Mama, die einen tröstet und Mut und Kraft gibt.
Hey, dabei kenn ich die Frau nicht mal.
Meine Ashram-Genossin Christine und ich haben beschlossen, mit dem Zug in den Norden zu fahren, sie hatte eigentlich Flugtickets, hatte aber mehr Lust den Zug zu nehmen, also alles auf Anfang und so sind wir Mittwoch morgen um 11:00 mit 5 Kilo Obst im Gepäck und 3500km Wegstrecke vor uns aufgebrochen und mit einem ziemlich komfortablen Zug vom fast südlichesten Zipfel in den fast nördlichsten Zipfel Indiens gereist, durch Reisfelder, Dschungel, Tunnel, Großstädte (Mumbai, Delhi), vorbei an Wasserfällen, Kühen und Kamelen, Slums und Villen.
In Delhi wäre der Zug um ein Haar ohne mich weitergefahren, ich wollte nur ein paar Kekse kaufen und sehe im Augenwinkel, dass der Zug weiterfährt. Ich fand es großartig, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, Christine war kurz vorm Herzinfarkt, als der Zug anfuhr und ich noch nicht zurück war. Aber angesichts der Tatsache, dass die Türen beim Anfahren und während der Fahrt meistens offen stehen, kein Problem.
Gestern Nacht um 1:30 sind wir dann endlich in Amritsar, Punjab angekommen, haben uns ein Hotel am Bahnhof genommen und nach einer Dusche geschlafen wie die Babies.
Heute waren wir in Amritsar beim Goldenen Tempel, ein beeinsdruckendes Gebäude und ich kann es jedem Indienreisenden nur wärmstens ans Herz legen. Im Gegensatz zum Ashram darf man dort auch fotografieren und ich habe massig tolle Fotos gemacht.
Zu dem Tempel gehört eine Kantine, in der seit 450 Jahren rund um die Uhr ununterbrochen mehrere Tausend Menschen mit Essen versorgt werden, kostenlos. Jeder bekommt einen Teller und eine Schale, man setzt sich in einem großen Saal in einer Reihe auf Bastmatten auf den Boden und dann wird das Essen ausgeschenkt. Es gab Kir (Milchreis) und Curry und Chappati.
Wir sind durch die engen Gassen der Altstadt geschlendert und haben uns dann zum Silbernen Tempel durchgefragt.
Plötzlich spricht uns ein Inder mit Turban im schönsten Schwäbisch an. Ich dachte, ich geh kaputt, gell. War sehr interessiert, fragte, was wir so schaffe täte, hat uns auf eine Cola eingeladen und uns den Weg zum Tempel gezeigt.
Nach Tempel Nummer Zwei, Abendessen und Duschen bin ich schon wieder bereit für‘s Bett. Morgen um 7:00 fährt der nächste Zug, nach Rijikesh oder so, ich bin gespannt, was uns da erwartet...
Ich habe eine unglaubliche, wahnsinnig intensive Zeit. Danke an alle, die dies ermöglicht haben!
Alles Liebe an euch!
Wer hätte gedacht, dass es so schwierig wird, euch auf dem Laufenden zu halten.
Aber in Indien ist eben alles etwas anders.
Mittlerweile bin ich schon über zwei Wochen unterwegs und Himmel, was habe ich alles erlebt...
Sina und ich sind vor einer gefühlten Ewigkeit mit dem Nachtzug von Bangalore nach Kottayam, Kerala aufgebrochen, von da ging es nach Alleppey, Kerala, einem wunderschönen Ort, dem Vendig Indiens in God‘s Own Country, gelegen zwischen dem Indischen Ozean und den Backwaters.
Gewohnt haben wir im Johnson‘s, bei Johnson, in einem niedlichen Zimmer mit hohen Decken und ohne Klotür, aber dafür im Orchideengarten. Unsere Nächte waren kurz, was aber nicht an unserem Ausgehverhalten lag, sondern eher an der Tatsache, dass eine Katze auf unserem Dach Junge geworfen hatte, die Hunde bellten, die Krähen krähten und uns jeden morgen um 4.50 ein „Allah Allah Allah“ weckte.
Nach kürzester Zeit waren wir Stadtbekannt, die Mädels auf dem Motorrad(!), die Bier kaufen UND trinken, „oh, mama shivaya“ singen, oder gackernd ChaiCoffeeCoffeeChaiCoffeeChaiChai auf Kantsteinen rufen. Wir hatten Spaß und die Inder hatten Zuhause was zu erzählen.
Am Sonntag hieß es nach einem letzten Chai Abschied nehmen, Sina zurück in den Norden und ich mit dem Bus für 50Rs weiter in den Süden nach Amritapuri zu Amma ins Ashram.
Ich war 60h im Ashram und es kam mir vor wie zwei Wochen, ich habe dort unglaublich viel erlebt.
Kurzer Tagesablauf:
4:30 Aufstehen
5:00 Puja oder Archana
6:00 Chai
6:30 Meditation am Strand (naja, ich hab aufs Wasser geguckt und mich übers Meer gefreut, aber das ist doch auch Meditation, oder?
9:00 Frühstück
10-13:00 Seva (selbstloser Dienst) ich hatte frei, mein Seva war abends
13:00 Mittagessen
16:00 Chai
17:00 Meditation
18:30 Bhajans
20:00 Abendessen
20-21:30 Seva (Barista an der Espressobar)
23:00 Nachtruhe
Es war eine ziemlich interessante Erfahrung, da Amma auch da war, Amma ist quasi die Guru, die Erleuchtete, die Liebe in die Welt bringt, klingt komisch, aber sie hat eine Wahnsinnsaustrahlung. Ich habe auch mein Darshan bekommen, d.h. Amma hat nach einer Meditation am Strand alle, die frisch angekommen sind, umarmt.
Vorher wurde einem die Tasche und mir die Brille abgenommen, übers Gesicht gewischt und dann wurde man in Amma‘s Arm gedrückt.
Sie hat mich festgehalten und „Meine Liebe, meine Liebe, meine Liebe, meine Liebe, meine Liebe,..“ in mein Ohr geflüstert. Es war ein besonderer Moment, so warm, so voller Liebe, so sagend: alles wird gut, mach dir keine Sorgen. Wie eine Mama, die einen tröstet und Mut und Kraft gibt.
Hey, dabei kenn ich die Frau nicht mal.
Meine Ashram-Genossin Christine und ich haben beschlossen, mit dem Zug in den Norden zu fahren, sie hatte eigentlich Flugtickets, hatte aber mehr Lust den Zug zu nehmen, also alles auf Anfang und so sind wir Mittwoch morgen um 11:00 mit 5 Kilo Obst im Gepäck und 3500km Wegstrecke vor uns aufgebrochen und mit einem ziemlich komfortablen Zug vom fast südlichesten Zipfel in den fast nördlichsten Zipfel Indiens gereist, durch Reisfelder, Dschungel, Tunnel, Großstädte (Mumbai, Delhi), vorbei an Wasserfällen, Kühen und Kamelen, Slums und Villen.
In Delhi wäre der Zug um ein Haar ohne mich weitergefahren, ich wollte nur ein paar Kekse kaufen und sehe im Augenwinkel, dass der Zug weiterfährt. Ich fand es großartig, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, Christine war kurz vorm Herzinfarkt, als der Zug anfuhr und ich noch nicht zurück war. Aber angesichts der Tatsache, dass die Türen beim Anfahren und während der Fahrt meistens offen stehen, kein Problem.
Gestern Nacht um 1:30 sind wir dann endlich in Amritsar, Punjab angekommen, haben uns ein Hotel am Bahnhof genommen und nach einer Dusche geschlafen wie die Babies.
Heute waren wir in Amritsar beim Goldenen Tempel, ein beeinsdruckendes Gebäude und ich kann es jedem Indienreisenden nur wärmstens ans Herz legen. Im Gegensatz zum Ashram darf man dort auch fotografieren und ich habe massig tolle Fotos gemacht.
Zu dem Tempel gehört eine Kantine, in der seit 450 Jahren rund um die Uhr ununterbrochen mehrere Tausend Menschen mit Essen versorgt werden, kostenlos. Jeder bekommt einen Teller und eine Schale, man setzt sich in einem großen Saal in einer Reihe auf Bastmatten auf den Boden und dann wird das Essen ausgeschenkt. Es gab Kir (Milchreis) und Curry und Chappati.
Wir sind durch die engen Gassen der Altstadt geschlendert und haben uns dann zum Silbernen Tempel durchgefragt.
Plötzlich spricht uns ein Inder mit Turban im schönsten Schwäbisch an. Ich dachte, ich geh kaputt, gell. War sehr interessiert, fragte, was wir so schaffe täte, hat uns auf eine Cola eingeladen und uns den Weg zum Tempel gezeigt.
Nach Tempel Nummer Zwei, Abendessen und Duschen bin ich schon wieder bereit für‘s Bett. Morgen um 7:00 fährt der nächste Zug, nach Rijikesh oder so, ich bin gespannt, was uns da erwartet...
Ich habe eine unglaubliche, wahnsinnig intensive Zeit. Danke an alle, die dies ermöglicht haben!
Alles Liebe an euch!
Genug Shanti Shanti..
Kaum 48h, viele Mahlzeiten, u.a. mit Amma und einem Darshan mit Amma spaeter beschliesse ich, spontan weiter zu reisen. Morgen frueh geht es fuer 60h, 3500km ganz in den Norden nach Amritsar. Ich reise mit meiner Ashram Kollegin Christine, das wird lustig und so macht Freiheit Spass...
Ich melde mich aus dem Norden wieder. Ach Papa: den Wal habe ich vom Strand aus gesehen..Alles Liebe!
Ich melde mich aus dem Norden wieder. Ach Papa: den Wal habe ich vom Strand aus gesehen..Alles Liebe!
Krishna Krishna Hare Hare, om, Shanti, Shanti, Shanti..
01.08.2011
Gestern haben wir Alleppey verlassen, Sina in Richtung Norden und ich mit dem Govt. Bus in den Sueden ins Amma Ashram. Geplant ist, dass ich eine Woche hier bleibe, mit Yoga und Meditation, mit Seva (selfless service) und Chai.Untergebracht bin ich im 11. Stock eines Riesengebaeudes mit Blick aufs Meer und die Backwaters, unglaubliche Lage, unglaubliches Wetter, aber ehrlich gesagt schwitze ich mir einen Wolf, da man ja hier lange Kleidung traegt.Heute morgen um 6.30 habe ich beim aufs Wasser starren, einen kleinen Wal gesehen. Das fand ich ziemlich aufregend. Heute abend beginnt mein Seva, ich arbeite jeden Abend in der Espresso Bar in der Western Canteen.
Amma ist auch hier, was im Moment eher selten ist, aber so kann ich mir am Mittwoch meine Umarmung abholen (darshan). Mother is giving free Hugs-sozusagen.
Fotos kann ich leider keine reinstellen, das ist naemlich streng verboten, aber ich versuche nochmal heimlich welche zu machen... ;) zumindest von dem Ausblick aufs Meer.
Gestern haben wir Alleppey verlassen, Sina in Richtung Norden und ich mit dem Govt. Bus in den Sueden ins Amma Ashram. Geplant ist, dass ich eine Woche hier bleibe, mit Yoga und Meditation, mit Seva (selfless service) und Chai.Untergebracht bin ich im 11. Stock eines Riesengebaeudes mit Blick aufs Meer und die Backwaters, unglaubliche Lage, unglaubliches Wetter, aber ehrlich gesagt schwitze ich mir einen Wolf, da man ja hier lange Kleidung traegt.Heute morgen um 6.30 habe ich beim aufs Wasser starren, einen kleinen Wal gesehen. Das fand ich ziemlich aufregend. Heute abend beginnt mein Seva, ich arbeite jeden Abend in der Espresso Bar in der Western Canteen.
Amma ist auch hier, was im Moment eher selten ist, aber so kann ich mir am Mittwoch meine Umarmung abholen (darshan). Mother is giving free Hugs-sozusagen.
Fotos kann ich leider keine reinstellen, das ist naemlich streng verboten, aber ich versuche nochmal heimlich welche zu machen... ;) zumindest von dem Ausblick aufs Meer.
God's own Country oder I have a tough break up-with hygiene...
29.07.201
Nur ein schnelles Lebenszeichen, seit vorgestern sind wir in Alleppey oder Aleppuzha wie es jetzt heisst. Regenzeit, viel Dschungel, viel Wasser, wunderschoen, in dem ganzen Chaos 2 Maedchen, mit Regenjacken, die auf dem Motorrad durch die Gegend brausen und beim Bier kaufen sich nicht anstellen muessen, sondern durch die Metalltuer direkt ins Lager duerfen..
Hier im Internet-Cafe macht es keinen Spass zu schreiben, leider gibt es hier nirgendwo WiFi...Aber Fotos sind endlos viele gemacht und Geschichten gibt es auch en masse.
Sonntag Abend geht es zu Amma ins Ashram, ich hoffe, ich kann dort mal ausfuehrlicher und mit Umlauten berichten.Uns geht es super, wir sind gesund und munter, dem Magen geht es auch gut, was auch besser ist, denn unser momentanes Klo hat keine Tuer. So Futter fassen und bald schlafen, morgen frueh um 5 werden wir mal wieder durchs Gebet geweckt...Bis bald, alles Liebe bis dahin!
Nur ein schnelles Lebenszeichen, seit vorgestern sind wir in Alleppey oder Aleppuzha wie es jetzt heisst. Regenzeit, viel Dschungel, viel Wasser, wunderschoen, in dem ganzen Chaos 2 Maedchen, mit Regenjacken, die auf dem Motorrad durch die Gegend brausen und beim Bier kaufen sich nicht anstellen muessen, sondern durch die Metalltuer direkt ins Lager duerfen..
Hier im Internet-Cafe macht es keinen Spass zu schreiben, leider gibt es hier nirgendwo WiFi...Aber Fotos sind endlos viele gemacht und Geschichten gibt es auch en masse.
Sonntag Abend geht es zu Amma ins Ashram, ich hoffe, ich kann dort mal ausfuehrlicher und mit Umlauten berichten.Uns geht es super, wir sind gesund und munter, dem Magen geht es auch gut, was auch besser ist, denn unser momentanes Klo hat keine Tuer. So Futter fassen und bald schlafen, morgen frueh um 5 werden wir mal wieder durchs Gebet geweckt...Bis bald, alles Liebe bis dahin!
Bye Bye Bangalore.
26.07.2011
Auf geht's. Mit dem Nachtzug. In den Süden. Nach Kottayam, Kerala. God's own Country, sagen die Inder.
Hill Stations. Backwaters. Das Meer. Ich freue mich auf's Wasser-und damit meine ich nicht den Regen. Meerjungfrau braucht Meer. Mehr Meer. Viel Meer.
Dit jehört einfach zu mir, wie Schranke zu Pommes.
Auf geht's. Mit dem Nachtzug. In den Süden. Nach Kottayam, Kerala. God's own Country, sagen die Inder.
Hill Stations. Backwaters. Das Meer. Ich freue mich auf's Wasser-und damit meine ich nicht den Regen. Meerjungfrau braucht Meer. Mehr Meer. Viel Meer.
Dit jehört einfach zu mir, wie Schranke zu Pommes.
Indiranagar, Bangalore.
25.07.2011
Wir starten einen zweiten Versuch nach Indiranagar, einem aufstrebendem Stadtteil Bangalores, zu kommen. Gestern sind wir durch den Regen davon abgehalten worden.
Auf dem Weg dorthin sehe ich mein erstes indisches Slum. Es liegt direkt an den Bahngleisen, die wir überqueren müssen. Ein ziemlich beklemmendes Gefühl. Sina erzählt mir, dass die Menschen dort manchmal eine Kette bilden, um die Vorbeifahrenden "auszurauben", obwohl von Ausrauben nicht wirklich die Rede sein kann, da sie nur etwas Geld möchten. Mit 20-30 Rupien geben sie sich zufrieden, das sind nicht mal 50 Cent. Sina hat für den Fall etwas Bargeld in der Tasche und versteckt ihr Portemonnaie.
Gerade haben sich die Schranken geöffnet und es herrscht ein heilloses Durcheinander. Weiter geht's.
Wir kommen nach Indiranagar, überall neu eröffnete Geschäfte mit großen Leuchtreklamen namhafter Marken, die alle einen Sale versprechen. Das gerade passierte Slum wirkt surreal.
Es fängt wieder an zu regnen, aber wir haben unser Ziel erreicht. Wir kehren im 100ft ein, einer Bar/einem Restaurant auf zwei Etagen mit angegliedertem Shop, wo man alles mögliche kaufen kann, alles sehr stilvoll eingerichtet.
Beim Blick auf die Speisekarte wird uns einiges klar. Normalerweise bezahlen wir zu zweit max. 300 Rupien für Essen und Getränke und schaffen es nicht mal, es aufzuessen.
Wir nehmen 2 Vorspeisen, 2 Bier, eine Flasche Wasser und bezahlen stolze 900 Rs. Naja, aber dafür hatten wir excellenten Service, durften mit Messer und Gabeln essen und mussten uns nicht mal die Serviette selber auf den Schoß legen..
Etwas überrascht hat uns dann das Ambiente des Badezimmers der Lokalität... Fotos folgen.
Wir starten einen zweiten Versuch nach Indiranagar, einem aufstrebendem Stadtteil Bangalores, zu kommen. Gestern sind wir durch den Regen davon abgehalten worden.
Auf dem Weg dorthin sehe ich mein erstes indisches Slum. Es liegt direkt an den Bahngleisen, die wir überqueren müssen. Ein ziemlich beklemmendes Gefühl. Sina erzählt mir, dass die Menschen dort manchmal eine Kette bilden, um die Vorbeifahrenden "auszurauben", obwohl von Ausrauben nicht wirklich die Rede sein kann, da sie nur etwas Geld möchten. Mit 20-30 Rupien geben sie sich zufrieden, das sind nicht mal 50 Cent. Sina hat für den Fall etwas Bargeld in der Tasche und versteckt ihr Portemonnaie.
Gerade haben sich die Schranken geöffnet und es herrscht ein heilloses Durcheinander. Weiter geht's.
Wir kommen nach Indiranagar, überall neu eröffnete Geschäfte mit großen Leuchtreklamen namhafter Marken, die alle einen Sale versprechen. Das gerade passierte Slum wirkt surreal.
Es fängt wieder an zu regnen, aber wir haben unser Ziel erreicht. Wir kehren im 100ft ein, einer Bar/einem Restaurant auf zwei Etagen mit angegliedertem Shop, wo man alles mögliche kaufen kann, alles sehr stilvoll eingerichtet.
Beim Blick auf die Speisekarte wird uns einiges klar. Normalerweise bezahlen wir zu zweit max. 300 Rupien für Essen und Getränke und schaffen es nicht mal, es aufzuessen.
Wir nehmen 2 Vorspeisen, 2 Bier, eine Flasche Wasser und bezahlen stolze 900 Rs. Naja, aber dafür hatten wir excellenten Service, durften mit Messer und Gabeln essen und mussten uns nicht mal die Serviette selber auf den Schoß legen..
Etwas überrascht hat uns dann das Ambiente des Badezimmers der Lokalität... Fotos folgen.
City Market und die erste Begegnung mit dem indischen Monsun.
24.07.2011
Heute steht der City Market auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin ein ungeheuerlicher Lärm, Hupkonzerte, Kinder, die uns mit offenem Mund anstarren oder freudig winken, dreiste Männer, die sich frech vordrängeln, weil wir ja nur Frauen sind. Aber das lassen wir uns nicht gefallen. ;)
Überall Müll. Menschen sitzen zwischen Papier-, Plastik-, Obst- und Gemüseabfällen und bieten ihre feinsäuberlich gestapelten Früchte an.
Auberginen so groß wie Eier, Rote Beete so groß wie Kohlköpfe. Gurken, Zucchinis, irgendwas, das wie Gehirn aussieht.
Kühe laufen kreuz und quer und fressen alles, was ihnen fressbar erscheint.
Innerhalb von wenigen Minuten sind unsere Füße total verschlammt, wenn man nicht aufpasst, kann es passieren, dass man knöcheltief in der Sch... steht.
In der Markthalle auf mehreren Etagen Farben, Gewürze, Töpfe, ein Meer von Blumen. Ein toller Anblick: Blumen, in allen Farben zwischen Rost, Staub, Spinnenweben.
Tausende von Menschen-fast alle traditionell gekleidet, bildhübsche Mädchen, kleine knopfäugige Jungs.
Ich finde es toll.
Auf dem Rückweg fängt es von einer Sekunde auf die nächste an, aus allen Kübeln zu gießen. Es dauert keine 5min und wir sind komplett durchgeweicht und dann durchgefroren.
Sina rast über die Straße, dass das Wasser nur so spritzt und wir brechen bei jeder tiefen Pfütze in lautes Gelächter aus, weil wir einfach komplett von oben bis unten mit warmer, brauner Soße bedeckt sind, aber hey, wenigstens warm.
Die Inder stehen alle unter Brücken und Tankstellen und wir müssen uns die Straße nur noch mit wenigen Autos teilen. Unser Anblick belustigt sie sehr, naja, ihrer uns ja auch.
Die anschließende Dusche ist ein Traum.
Heute steht der City Market auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin ein ungeheuerlicher Lärm, Hupkonzerte, Kinder, die uns mit offenem Mund anstarren oder freudig winken, dreiste Männer, die sich frech vordrängeln, weil wir ja nur Frauen sind. Aber das lassen wir uns nicht gefallen. ;)
Überall Müll. Menschen sitzen zwischen Papier-, Plastik-, Obst- und Gemüseabfällen und bieten ihre feinsäuberlich gestapelten Früchte an.
Auberginen so groß wie Eier, Rote Beete so groß wie Kohlköpfe. Gurken, Zucchinis, irgendwas, das wie Gehirn aussieht.
Kühe laufen kreuz und quer und fressen alles, was ihnen fressbar erscheint.
Innerhalb von wenigen Minuten sind unsere Füße total verschlammt, wenn man nicht aufpasst, kann es passieren, dass man knöcheltief in der Sch... steht.
In der Markthalle auf mehreren Etagen Farben, Gewürze, Töpfe, ein Meer von Blumen. Ein toller Anblick: Blumen, in allen Farben zwischen Rost, Staub, Spinnenweben.
Tausende von Menschen-fast alle traditionell gekleidet, bildhübsche Mädchen, kleine knopfäugige Jungs.
Ich finde es toll.
Auf dem Rückweg fängt es von einer Sekunde auf die nächste an, aus allen Kübeln zu gießen. Es dauert keine 5min und wir sind komplett durchgeweicht und dann durchgefroren.
Sina rast über die Straße, dass das Wasser nur so spritzt und wir brechen bei jeder tiefen Pfütze in lautes Gelächter aus, weil wir einfach komplett von oben bis unten mit warmer, brauner Soße bedeckt sind, aber hey, wenigstens warm.
Die Inder stehen alle unter Brücken und Tankstellen und wir müssen uns die Straße nur noch mit wenigen Autos teilen. Unser Anblick belustigt sie sehr, naja, ihrer uns ja auch.
Die anschließende Dusche ist ein Traum.
BangBangBangalore. Incredible India.
23.07.2011
Wir brausen auf Sinas Roller, den örtlichen Fahrgewohnheiten angepasst -also laut hupend und wild die Spuren wechselnd- in die Stadt.
Thali bei Bollywood. Ma'am, you buy one rose. Hupen. Yeeeeees.
Die Inder sind Weltklasse darin, schnell Häuser zu bauen, aber bei der Instandhaltung hapert's etwas. Siehe links.
Später treffen wir Sinas Freunde zum Barcrawl, d.h. wir jagen von einer Bar zur nächsten, der Zeitplan will eingehalten werden. Wir landen im Tangos, wo nach 2h Tanzen zu ziemlich kommerziellen Electro und Whiskey Soda vom Besitzer, um 23:30 das Licht angeht. Sperrstunde.
Wir brausen auf Sinas Roller, den örtlichen Fahrgewohnheiten angepasst -also laut hupend und wild die Spuren wechselnd- in die Stadt.
Thali bei Bollywood. Ma'am, you buy one rose. Hupen. Yeeeeees.
Die Inder sind Weltklasse darin, schnell Häuser zu bauen, aber bei der Instandhaltung hapert's etwas. Siehe links.
Später treffen wir Sinas Freunde zum Barcrawl, d.h. wir jagen von einer Bar zur nächsten, der Zeitplan will eingehalten werden. Wir landen im Tangos, wo nach 2h Tanzen zu ziemlich kommerziellen Electro und Whiskey Soda vom Besitzer, um 23:30 das Licht angeht. Sperrstunde.
Angekommen. Endlich.

Frühstück auf'm Balkon
22.07.2011
Nach stundenlangem Aufenthalt in Delhi und einem weiteren 3h Flug erreiche ich endlich Bangalore, wo ich von einem Fahrer in Empfang genommen werde, der kein Wort mit mir spricht, weil ich eine Frau bin.
Wir fahren. Über eine Stunde. Vorbei an Luxusbauten, Ruinen, streunenden Hunden, endlos vielen Kühen.
Die Verkehrsordung scheint folgende: Rikschas, Autos, Roller, Motorräder fahren kreuz und quer auf undefinierbaren Spuren und wer am lautesten hupt, hat Vorfahrt.
Aber endlich bin ich da und endlich sehe ich Sina, lerne ihre Mitbewohner kennen und freue mich über das schöne Haus.
Wir trinken bis spät in die Nacht bei milden Temperaturen Prosecco auf dem Balkon, tauschen die Geschichten der letzten acht Monate aus.
Nach stundenlangem Aufenthalt in Delhi und einem weiteren 3h Flug erreiche ich endlich Bangalore, wo ich von einem Fahrer in Empfang genommen werde, der kein Wort mit mir spricht, weil ich eine Frau bin.
Wir fahren. Über eine Stunde. Vorbei an Luxusbauten, Ruinen, streunenden Hunden, endlos vielen Kühen.
Die Verkehrsordung scheint folgende: Rikschas, Autos, Roller, Motorräder fahren kreuz und quer auf undefinierbaren Spuren und wer am lautesten hupt, hat Vorfahrt.
Aber endlich bin ich da und endlich sehe ich Sina, lerne ihre Mitbewohner kennen und freue mich über das schöne Haus.
Wir trinken bis spät in die Nacht bei milden Temperaturen Prosecco auf dem Balkon, tauschen die Geschichten der letzten acht Monate aus.
Sardine mit Beinfreiheit.
Notausgangplätze sind super. Das nenne ich mal Beinfreiheit.
Blöd nur, dass die großen, starken Jungs links und rechts neben mir, die Armlehnen beschlagnahmt haben und ich, aufgrund meiner verhältnismäßig geringen Körpergröße, wortwörtlich den Kürzeren gezogen habe und meine Ellenbogen zwischen die Armlehnen klemmen muss. Aber immerhin habe ich so meinen Tetris Rekord geknackt.
Ich möchte euch auch eine Konversation mit dem Steward nicht vorenthalten.
Jeder, der Big Bang Theory kennt, habe nun bitte Raj's Tonfall im Kopf.
S:Ma'am, what would you like to drink?
W: Oh, just water.
S: Water?!! Some juice, whiskey, wine?
W: What kind of juice do you have?
S: Orange and Tomato?
W: Oh, I'll take some tomato juice.
S: You want vodka wit' it?
W: No, thank you, just juice. Are you trying to get me dunk?
S: of course, we are trying to make everyone drunk so they go to sleep!
Oder:
W: Sir, could I have some water?
S: Ah, don't ask, just take.
W: ok. Wo war nochmal der Whiskey?
Blöd nur, dass die großen, starken Jungs links und rechts neben mir, die Armlehnen beschlagnahmt haben und ich, aufgrund meiner verhältnismäßig geringen Körpergröße, wortwörtlich den Kürzeren gezogen habe und meine Ellenbogen zwischen die Armlehnen klemmen muss. Aber immerhin habe ich so meinen Tetris Rekord geknackt.
Ich möchte euch auch eine Konversation mit dem Steward nicht vorenthalten.
Jeder, der Big Bang Theory kennt, habe nun bitte Raj's Tonfall im Kopf.
S:Ma'am, what would you like to drink?
W: Oh, just water.
S: Water?!! Some juice, whiskey, wine?
W: What kind of juice do you have?
S: Orange and Tomato?
W: Oh, I'll take some tomato juice.
S: You want vodka wit' it?
W: No, thank you, just juice. Are you trying to get me dunk?
S: of course, we are trying to make everyone drunk so they go to sleep!
Oder:
W: Sir, could I have some water?
S: Ah, don't ask, just take.
W: ok. Wo war nochmal der Whiskey?
Der Weg ist das Ziel.
21.07.2011
Wow, so viele Eindrücke!
Fangen wir von vorne an. Wider aller Erwartungen habe ich es bei dieser Reise das erste Mal in meinem Leben geschafft, 20 Stunden vor Abreise bereits alles fertig gepackt und aufgeräumt zu haben. Jaja, es geschehen noch Zeichen und Wunder. An dieser Stelle ein fettes Dankeschön an alle, die mich in weniger entspannten Packsituation (Barcelona, Thailand) erlebt und unterstützt haben..
Von Köln geht es mit dem IC nach Frankfurt. Nach Kaffee und Bier mit meiner langjährigen Freundin Susan, habe ich das Glück ziemlich knapp am Flughafen anzukommen und damit einen Platz am Notausgang zu ergattern. Übrigens links das Gewicht meines Rucksacks... BÄÄÄÄM!
Wow, so viele Eindrücke!
Fangen wir von vorne an. Wider aller Erwartungen habe ich es bei dieser Reise das erste Mal in meinem Leben geschafft, 20 Stunden vor Abreise bereits alles fertig gepackt und aufgeräumt zu haben. Jaja, es geschehen noch Zeichen und Wunder. An dieser Stelle ein fettes Dankeschön an alle, die mich in weniger entspannten Packsituation (Barcelona, Thailand) erlebt und unterstützt haben..
Von Köln geht es mit dem IC nach Frankfurt. Nach Kaffee und Bier mit meiner langjährigen Freundin Susan, habe ich das Glück ziemlich knapp am Flughafen anzukommen und damit einen Platz am Notausgang zu ergattern. Übrigens links das Gewicht meines Rucksacks... BÄÄÄÄM!
Wenn man beginnt, seinem Passfoto ähnlich zu sehen, sollte man in den Urlaub fahren. Ephraim Kishon.
20.07.2011
Weise Worte, Herr Kishon. So soll es sein.
Der Rucksack ist gepackt, das Chaos lichtet sich. Jahrelanges nach Thailand reisen, macht sich in meiner Packkunst bemerkbar und bezahlt, denn nun komme ich -oder besser mein Rucksack- mit 2 Liter überlebenswichtigem Prosecco- auf 13kg Gesamtgepäck. Damit hüpfe ich auf einem Bein durch Indien!
Dem Knöchel geht es besser, er ist blau, aber nicht mehr geschwollen und in flachen Schuhen, sollte das alles gut gehen.
Das Visum ist ausgestellt und abgeholt und ich darf bis Mitte Januar 2012 im Land bleiben, aber geplant ist ja erstmal nur Ende August.
Impfungen brauche ich keine mehr. "Trinken Sie kein Leitungswasser und wenn Sie von einem Hund gebissen werden, gehen Sie bitte innerhalb von 24h zum Arzt. Desweiteren rate ich Ihnen davon ab, in Malariagebiete zu reisen." Ja, Mann, läuft!
Oh, ich kann kaum in Worte fassen, wie ich mich auf diese Reise freue und wie sehr ich auf die vielen, vielen Eindrücke gespannt bin.
Namaste!
Weise Worte, Herr Kishon. So soll es sein.
Der Rucksack ist gepackt, das Chaos lichtet sich. Jahrelanges nach Thailand reisen, macht sich in meiner Packkunst bemerkbar und bezahlt, denn nun komme ich -oder besser mein Rucksack- mit 2 Liter überlebenswichtigem Prosecco- auf 13kg Gesamtgepäck. Damit hüpfe ich auf einem Bein durch Indien!
Dem Knöchel geht es besser, er ist blau, aber nicht mehr geschwollen und in flachen Schuhen, sollte das alles gut gehen.
Das Visum ist ausgestellt und abgeholt und ich darf bis Mitte Januar 2012 im Land bleiben, aber geplant ist ja erstmal nur Ende August.
Impfungen brauche ich keine mehr. "Trinken Sie kein Leitungswasser und wenn Sie von einem Hund gebissen werden, gehen Sie bitte innerhalb von 24h zum Arzt. Desweiteren rate ich Ihnen davon ab, in Malariagebiete zu reisen." Ja, Mann, läuft!
Oh, ich kann kaum in Worte fassen, wie ich mich auf diese Reise freue und wie sehr ich auf die vielen, vielen Eindrücke gespannt bin.
Namaste!
Knöchel und andere Schwierigkeiten.
15.07.2011
Sechs mal schlafen. Der Tag der Abreise rückt näher.
Kurze Zwischenbilanz:
Mein Flug geht über Delhi (Delhi?! Ich dachte, ich flieg über Mumbai) nach Bangalore und verspätet sich jetzt schon um eine halbe Stunde, sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug, das lässt mir weniger Zeit zum Umsteigen, aber sollte machbar sein.
Mein Knöchel hat sich gestern dazu entschieden, einfach mal umzuknicken und fies anzuschwellen, so dass ich mich gerade wie ein Rentner mit Hüftschaden vorwärts bewege und für alles doppelt so lange brauche. Ich weiß nicht, ob ich ihn mir verstaucht, oder zur Abwechslung mal wieder die Bänder überdehnt habe. Blöd nur, dass mein einziges passendes Accessoire zu Tanjas morgiger Geburtstagsparty mit der Kleiderordnung Gold, ein paar goldene Highheels mit 8cm Absatz sind. Naja, ich kann sie mir immer noch dekorativ um den Hals hängen, wenn ich mit meinen Birkenstocksandalen, dicken Socken und integriertem Kühlpack durch die feiernde Menge humpele. Freudige Aussicht. Tanaya, ich entschuldige mich im Voraus.
Aber zurück zu Indien:
Mit Schrecken stellte ich fest, dass sich mein Impfpass in Luft aufgelöst zu haben scheint - die Sau! Ich bin eh schön viel zu spät dran, hoffte aber noch überprüfen zu können, ob ich ausreichend gegen Hepatitis geimpft bin und was ich noch so brauche: Typhus, etc. Es ist zum Mäuse melken. Also falls jemand eine gloriose Idee hat, wo ich ihn verwühlt haben könnte, her damit.
Ach ja, mein Visum verspätet sich auch um ein paar Tage, sollte aber - klopf auf Holz - doch Anfang nächster Woche abholbereit sein.
Alles wird gut.
Sechs mal schlafen. Der Tag der Abreise rückt näher.
Kurze Zwischenbilanz:
Mein Flug geht über Delhi (Delhi?! Ich dachte, ich flieg über Mumbai) nach Bangalore und verspätet sich jetzt schon um eine halbe Stunde, sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug, das lässt mir weniger Zeit zum Umsteigen, aber sollte machbar sein.
Mein Knöchel hat sich gestern dazu entschieden, einfach mal umzuknicken und fies anzuschwellen, so dass ich mich gerade wie ein Rentner mit Hüftschaden vorwärts bewege und für alles doppelt so lange brauche. Ich weiß nicht, ob ich ihn mir verstaucht, oder zur Abwechslung mal wieder die Bänder überdehnt habe. Blöd nur, dass mein einziges passendes Accessoire zu Tanjas morgiger Geburtstagsparty mit der Kleiderordnung Gold, ein paar goldene Highheels mit 8cm Absatz sind. Naja, ich kann sie mir immer noch dekorativ um den Hals hängen, wenn ich mit meinen Birkenstocksandalen, dicken Socken und integriertem Kühlpack durch die feiernde Menge humpele. Freudige Aussicht. Tanaya, ich entschuldige mich im Voraus.
Aber zurück zu Indien:
Mit Schrecken stellte ich fest, dass sich mein Impfpass in Luft aufgelöst zu haben scheint - die Sau! Ich bin eh schön viel zu spät dran, hoffte aber noch überprüfen zu können, ob ich ausreichend gegen Hepatitis geimpft bin und was ich noch so brauche: Typhus, etc. Es ist zum Mäuse melken. Also falls jemand eine gloriose Idee hat, wo ich ihn verwühlt haben könnte, her damit.
Ach ja, mein Visum verspätet sich auch um ein paar Tage, sollte aber - klopf auf Holz - doch Anfang nächster Woche abholbereit sein.
Alles wird gut.
Visumsgedöns.
07.07.2011
1 Kaffee, 2 Minuten Session, 3 Bögen ausfüllen, 4 Passbilder, €18,-, 20 Minuten Warten, €80,- Gebühr und schwupp schon steht meinem Visum nichts mehr im Wege, natürlich musste ich vorher Fragen beantworten, ob meine Eltern Pakistani seien und ob ein vorheriger Antrag schon abeglehnt wurde, da ich aber beides mit NÖ - N- Ö- beantworten konnte, darf ich in einer Woche mein Visum mit nach Hause nehmen.
1 Kaffee, 2 Minuten Session, 3 Bögen ausfüllen, 4 Passbilder, €18,-, 20 Minuten Warten, €80,- Gebühr und schwupp schon steht meinem Visum nichts mehr im Wege, natürlich musste ich vorher Fragen beantworten, ob meine Eltern Pakistani seien und ob ein vorheriger Antrag schon abeglehnt wurde, da ich aber beides mit NÖ - N- Ö- beantworten konnte, darf ich in einer Woche mein Visum mit nach Hause nehmen.
Indien, die Vorbereitungen laufen...
28.06.2011
Nicht mehr lange und dann geht es von Frankfurt über Mumbai nach Bangalore in den Süden Indiens.
So much to do, so little time. Das Visum will beantragt und der Impfschutz überprüft werden.
Ich habe noch nicht wirklich begriffen, auf was ich mich da einlasse und was mich dort erwartet.
Auf jeden Fall freue ich mich, endlich Sina zu sehen und bin froh und dankbar, die ersten Tage nicht auf mich allein gestellt zu sein...
Nicht mehr lange und dann geht es von Frankfurt über Mumbai nach Bangalore in den Süden Indiens.
So much to do, so little time. Das Visum will beantragt und der Impfschutz überprüft werden.
Ich habe noch nicht wirklich begriffen, auf was ich mich da einlasse und was mich dort erwartet.
Auf jeden Fall freue ich mich, endlich Sina zu sehen und bin froh und dankbar, die ersten Tage nicht auf mich allein gestellt zu sein...












